Elektroautos an der Steckdose – wirklich “Klimaschweine”? NEIN!
Die letzten Wochen machten einige Aussagen über an der Steckdose betriebene Elektroautos die Runde, die mich doch sehr wunderten.
Greenpeace startete eine Kampagne “Elektroautos sind Klimaschweine”, als bekannt wurde, dass BMW eine Kooperation mit Vattenfall einging. Greenpeace befürwortet aus diesem Grund sogar weiterhin den Verbrennungsmotorantrieb(!?)
Während die Aussagen der Grünen anfangs auch skeptisch dem elektrischen Antrieb gegenüberstanden, hat sich wohl im Laufe des Jahres ein Wandel vollzogen – weil sie vielleicht dann doch einfach mal selbst nachgerechnet haben.
Einfach(!) nachrechnen – das will ich hier ebenfalls tun, anhand verschiedener Beispiele. Keine Angst, es sind höchstens Taschenrechner und Dreisatz vonnöten, mehr braucht man dazu nicht. Meist genügt der gesunde Menschenverstand.
Grundlagen für alle nachfolgenden Berechnungen:
CO2-Ausstoß im Energiemix: 520 g/kWh
Primärenergieaufwand zur Herstellung von 1 kWh Strom in Kraftwerken mit fossilen Brennstoffen: 2,5 kWh
1 l Benzin verbrennt zu 2,33 kg CO2 und hat einen Brennwert von 10 kWh
Vergleich am Beispiel eines konkreten Automodells: BMW Mini (Herstellerangaben):
E-Mini (150 kW, 0-100 km/h in 8,5 s): 15 kWh/100 km.
Benzin-Mini (88 kW, 0-100 km/h in 9 s): 5,4 l/100 km.
Vergleich Primärenergieaufwand an fossilen Brennstoffen:
E-Mini: 37,5 kWh/100 km (noch ohne Berücksichtigung regenerativer Energien!)
Benzin-Mini: 54 kWh/100 km
Vergleich CO2-Ausstoß:
E-Mini: 78 g/km
Benzin-Mini: 126 g/km
Hinweis für Greenpeace: Vattenfall hat einen CO2-Ausstoß von 645,7 g/kWh im Unternehmensmix. Selbst mit diesem relativ CO2-belasteten Strom kommt Vattenfall beim Betrieb eines Mini E auf 90 g/km und nicht auf 133 g ! Allerdings ist es grundsätzlich Unsinn, mit einem speziellen Mix eines Unternehmens zu rechnen, es zählt immer der bundesweite Strommix, da Strom vernetzt ist.

Abb. 1: Wirkungsgradvergleich - KWO Grimselstrom AG / CH, www.kwo.ch
Vergleich mit dem Durchschnittsverbrauch der gesamten PKW-Flotte
Durchschnittsverbrauch aller PKW in Deutschland: 7,8 l/100 km
Prognostizierter Durchschnittsverbrauch von Elektroautos: 15 kWh/100 km
Vergleich Primärenergieaufwand an fossilen Brennstoffen:
Elektroautos: 37,5 kWh/100 km (noch ohne Berücksichtigung regenerativer Energien!)
Herkömmliche Autos: 78 kWh/100 km
Vergleich CO2-Ausstoß:
Elektroautos: 78 g/km
Herkömmliche Autos: 182 g/km
Das ist mal gut Faktor 2 in beiden Disziplinen, der durch weitere Vorteile des elektrischen Antriebs noch weiter verstärkt wird:
- Der CO2-Ausstoß eines E-Autos hängt nur vom CO2-Ausstoß der Herstellung des “getankten” Stromes ab. Ein heute gekauftes E-Auto wird sich an der Steckdose in 20 Jahren umweltfreundlicher betreiben lassen als heute. Ein Auto mit Verbrennungsmotor wird in 20 Jahren genauso viel CO2 ausstoßen wie zu seinem Kaufdatum! Ein nicht zu vernachlässigender Faktor!
- Ein E-Auto kann schon heute CO2-neutral fahren, indem man es entweder direkt mit Strom aus regenerativen Energiequellen (Wind/Wasser/Solar/Geothermie) betreibt oder das Äquivalent des aus dem Stromnetz bezogenen Stromes als Solarstrom wieder ins Netz einspeist. (20 m² Photovoltaik reichen für 15000 km im Jahr!)
- Lärm und Dreck verschwinden aus den Städten
- In KWK-Kraftwerken wird erzeugte Abwärme nutzbar gemacht, im Auto verpufft die Abwärme wirkungslos.
- Schadstoffe aus fossilen Brennstoffen können im Kraftwerk zentral einfacher und besser gefiltert werden als in Millionen einzelner Autos. Es besteht außerdem zukünftig die Chance, CO2 im Kraftwerk abzuscheiden.
Warum also nicht schon heute und damit anfangen? Eine mehr als 100%ige Verbesserung wirkt mehr als halbherzige und kostspielige “Verbesserungen” schon hochgezüchteter Verbrennungsmotoren mit ein paar Prozent Einsparungen beim Verbrauch. Das Geld sollte besser in die Entwicklung noch besserer Energiespeicher gesteckt werden.

Abb. 2: Reichweitenvergleich - KWO Grimselstrom AG / CH, www.kwo.ch
Woher soll der ganze Strom für die Elektroautos herkommen?
Das ist die oft gehörte Frage in diesem Zusammenhang. Irrelevant, sage ich:
Laut Shell-Studie werden in Deutschland derzeit insgesamt ca. 530 Milliarden Autokilometer pro Jahr zurückgelegt. Bei dem angenommenen Durchschnittsverbrauch von 15 kWh/100 km kann man auf einen Mehrverbrauch von 80 TWh im Jahr schließen, was bei einem Gesamtenergieverbrauch von 620 TWh im Jahr etwa 13% entspräche, aber nur, wenn sämtliche(!) KFZ auf allen(!) Kilometern elektrisch fahren würden.
Da sich der elektrische Antrieb jedoch gut als serieller PlugIn-Hybrid (100 km rein elektrisch mit Range-Extender für Strecken darüber) realisieren ließe (bester Kompromiss aus Fahrzeuggewicht, rein elektrisch zurückgelegten km, Wirkungsgrad, Batteriekosten, Ladezeitpunkte und Reichweite), werden es weniger als 13% sein und nachts angefordert, mit intelligenter Ladesteuerung. Die sogenannten “intelligenten Stromzähler” werden bald in jedem Neubau Pflicht sein.
Aus diesen Gründen nach ist der vermeintliche Zwang zu mehr (Atom)-Kraftwerken reines Ablenkungsmanöver und absolut falsch. im Gegenteil: Der Strom wird durch die intelligente Lastverteilung im Netz eher besser genutzt: Kraftwerke müssen nachts nicht mehr aufwendig heruntergefahren werden, Strom aus regenerativen Quellen kann weitaus besser verteilt werden als heutzutage. Es kann sogar sein, dass durch die intelligentere Stromverteilung alleine so viel Energie eingespart werden kann, dass mit dieser Energie Elektroautos fahren könnten.
Greenpeace selbst wäre besser beraten gewesen, seine Kampagne anders zu nennen: “Klimafreundliche Elektroautos fahren mit dem Strom von Greenpeace Energy! Wir wollen die schadstoffbasierte Fahrstromsteuer!” (Anm. von Tomi Engel in SONNENENERGIE 01/2009, DGS e.V., München).


Montag, 29. Dezember 2008 12:55
Greenpeace hat vor einiger Zeit eine Studie veröffentlicht, in der Vattenfall als Klimaschädlichster Stromkonzern bezeichnet wurde. Der Konzern hat nach eigener Aussage einen Braunkohleanteil am Strom von mehr als 60%.
Laut Greenpeace produziert Vattenfall pro kWh 890g CO2. Wenn man mit diesem Wert nachrechnet passen auch die 133,5g/km für den Mini.
Entsprechend kommt man auch bei einem (Elektro-)Smart auf 90g/km (Daimler kooperiert mit RWE; RWE landete auf Platz 2 mit 789g/kWh) im Vergleich zu den 88g/km des Diesel-Smart (~2,62 kgCO2/l).
Ich glaube es geht Greenpeace hier mehr darum darauf aufmerksam zu machen, dass auch Elektroautos mit “schmutzigem Strom” (wie sie eigentlich sagen) immer noch Umweltschädlich sind und man entsprechend nicht nur sauberere Autos anbieten sollte, sondern auch saubereren Strom.
(Obwohl ich natürlich zustimmen muss, dass ein Vergleich mit tatsächlichen Strommix-Werten sinnvoller ist.)
Donnerstag, 1. Januar 2009 11:58
Das Lustige an der Sache ist nur, dass die Angabe von Greenpeace über den CO2-Ausstoß für Vattenfall gar nicht stimmt.
In Wirklichkeit beträgt der CO2-Ausstoß für Vattenfall lediglich 645 g/kWh
Bei RWE genau das Selbe: 649 g/kWh.
Quelle (nur ein Beispiel):
http://www.energie-und-strom.de/wp-content/energietraegeranteil_co2-emission_radiaktiver-abfall_stromerzeugung.pdf
Freitag, 2. Januar 2009 10:55
Bezieht sich die Angabe 630 gCO₂/kWh nicht auf die ausgestoßene CO₂-Menge für eine Kilowattstunde Strom? In diesem Fall würde der Faktor 2,5 entfallen und die Rechnung wäre noch günstiger.
Freitag, 2. Januar 2009 11:02
Oh, hatte mich verlesen, letzter Kommentar ist dann wohl zu ignorieren, die Rechnungen stimmen alle.
Freitag, 2. Januar 2009 11:12
Naja, wenn ich schon mal dabei bin: Den Vergleich des Primärenergieaufwandes an fossilen Energieträgern finde ich blödsinnig, denn Öl und Kohle nach ihrem Energiegehalt zu vergleichen macht weder ökonomisch noch ökologisch Sinn.
Freitag, 2. Januar 2009 11:38
Beim Primärenergieaufwand wollte ich nur den Aufwand an Brennstoff in kWh allgemein ansetzen, da ist es uninteressant, ob Öl oder Kohle. Der ökologische Aspekt wird ja in der CO₂-Berechnung berücksichtigt.
Es sollte vor allem gezeigt werden, dass es sinnvoller ist, den fossilen Brennstoff im Kraftwerk zu verheizen statt damit zu fahren, weil es unter dem Strich Energieverschwendung ist.
Wir sollten aber gerade deswegen JETZT schon anfangen, Elektroautos zu bauen, um auch später rein mit regenerativen Quellen elektrisch fahren zu können.
Der letzte Schritt des Umstiegs auf saubere Energie ist dann nur noch durch die Auswahl der Stromquellen zu schaffen.
Montag, 5. Januar 2009 17:58
Danke für diesen Beitrag. Auch ich habe mich sehr über diese Greenpeace-Aktion geärgert.
Gut, das greenwashing der Stromkonzerne gehörte angeprangert – Aber das hätte sich auch anders formulieren lassen, ohne dem Elektroauto das Etikett des Klimasünders anzukleben.
Donnerstag, 8. Januar 2009 8:18
Hi Tachy,
klingt alles plausibel!
Ich hoffe nur daß du im letzten Jahr nicht mit dem Flugzeug in den Urlaub oder sonstwohin unterwegs warst, denn dass ist die wahre Energiverschwendung.
Ach noch was:
Auf dem Weg von Lissabon nach Moskau müsstest du mit dem EV ca 15 mal die Batterie aufladen.
Und dann kannst du im E-Mini auch nur zu zweit fahren … d.h., wenn wir beim Beispiel bleiben sollen und den normalen Mini mit 4 Personen besetzen, kannst du in deiner CO2-Bilanz den Faktor 2 gegenrechnen.
Donnerstag, 8. Januar 2009 10:43
Hi BigM,
Tja, das mit den Flugzeugen ist schon wahr, wobei ein voll besetzter moderner Flieger pro Person auch nicht unbedingt viel mehr Sprit pro 100 km verbraucht. Ich selbst fliege kaum bis gar nicht.
Das mit dem Aufladen ist klar, aber für Langstrecken ist künftig ein Range Extender da.
Die Grafik soll nur einen Effizienzvergleich zeigen.
Freitag, 9. Januar 2009 11:05
Das heisst aber, daß du dann die elektr. Energie aus Benzin gweinnen musst: Der Wirkungsgrad ist bei diesem Anwendungsfall besonders schlecht => D.h. der Verbrauch geht richtig hoch!
=> Dann hab ich noch ne Frage: Angenommen du hast einen EV mit 4 Sitzplätzen => Wie willst du das Gepäck unterbringen für eine 2-Wöchige Urlaubsfahrt mit 4 Personen? …
Mit dem Mini gehts gar nicht, mit dem Smart auch nicht … Und in einem Prius wirst du es auch nicht schaffen (ich weiss: ist ein Hybrid).
Freitag, 9. Januar 2009 11:26
@BigM
E-Autos werden anders gebaut, denke nur mal an den Sandwich-Boden der A-Klasse von Daimler. Die Akkus haben bequem im Unterboden Platz. Somit bleibt der Motorraum für Steuerelektronik und sogar den Range-Extender. Die E-Motoren werden an die Achsen verlagert.
Zugegebenerweise ist der BMW-Mini ein “Bastelprodukt”, weil BMW Muffe bekam und so schnell wie möglich ein Testauto auf die Straße bekommen wollte. Da kam AC-Propulsion gerade gelegen, um diese auf Verbrennungsmotoren basierte Karrosserie mal schnell umzubauen.
Freitag, 9. Januar 2009 12:50
@tachy
Im Prinzip hast du natürlich Recht. Der Sandwichboden ist hier eine gute Lösung => Leider baut dann das Auto höher und erzeugt dadurch mehr Luftwiederstand. Niedriege Autos sind auch deutlich emotionaler (ist einer der Hauptverkaufsgründe).
E-Motoren an den Achsen: Sehe ich gar nicht!
Radnabenmotoren brauchen sehr viel Platz (d.h. 19″ oder größer) und die ungefedertern Massen an den Achsen werden zu groß, oder anders gesprochen: Der Fahrkomfort geht total in die Knie und der Rollwiederstand wird deutlich steigen.
Der alles entscheidende Punkt ist die Batteriekappa => Und da sind wir (meiner Ansicht nach) noch Meilenweit entfernt.
Freitag, 9. Januar 2009 13:09
E-Motoren kann man durchaus im unteren Bereich des Motorraums bzw. hinten im unteren Bereich des Kofferaums einbauen, was auch gemacht wird. Diese müssen nicht als Radnabenmotoren gebaut sein, ein Kardangetriebe zu den ungefederten Massen (Rädern) hin reicht.
Ein Sandwichboden muss nicht unbedingt einen großen Höhenunterschied bedeuten.
Dienstag, 13. Januar 2009 16:05
Ich habe mich über diese Aktion sehr geärgert.
Nicht das E-Auto ist das Problem, sondern der Stromlieferant.
Donnerstag, 22. Januar 2009 15:48
Ist es nicht durchaus denkbar, dass ein Range-Extender, durch den optimalen Betriebspunkt und optimale Anpassung an die durchschnittlich benötigte Leistung des Fahrzeugs, die Generator- und Batterieverluste des seriellen Hybrids gegenüber in den meisten Fällen überdimensionierter Verbrennungsmotoren in Konventionellen Fahrzeugen ausgleichen kann?
Entschuldigt die vielen Nebensätze & fehlerhafte Interpunktion.
Donnerstag, 22. Januar 2009 17:58
@Joh
Ja, das war auch mein Ansatz, meiner Meinung nach wird er das mehr als ausgleichen können. Besonders auch durch die neuen Bauformen, welche direkt Strom erzeugen und den Umweg über eine Kurbelwelle gar nicht mehr brauchen.
Samstag, 24. Januar 2009 0:15
Auto 2.0 (beta) http://www.lesesaal.de/?p=365
Mittwoch, 28. Januar 2009 20:58
Greenpeace ging es nur darum mal wieder darauf aufmerksam zu machen, dass Atomkraft eine negative Sache ist und da kam ihnen Vattenfall eben gerade zur rechten Zeit. Dass Vattenfall noch ganz andere Probleme hat ist wohl eine weitere Ursache fuer Greenpeace dagegen zu motzen.
Von mir aus soll Greenpeace motzen; irgendeinr muss es ja machen und gluecklicherweise zeichnet sich ja in der Tat ein starker Rueckgang in der Atomkraft ab; weltweit; puh!
Sonntag, 1. Februar 2009 18:35
schöne rechnung, jetzt müßte nur noch ein ehrliches interesse ( wirtschaft & politk ) an der umsetzung vorhanden sein.
Montag, 9. Februar 2009 20:16
Ähnlich wie einige immer wieder versuchen, Solarstrom als schwarzes Loch durch Subventionierung hinzustellen, werden einige auch weiterhin das Elektroauto als Klimasünders verunglimpfen. Dahinter steht wohl, dass einige um jeden Preis den Status Quo halten wollen. Warum auch immer.
Donnerstag, 12. Februar 2009 17:09
Geht alles immer in Richtung Milchmädchenrechnung!
Weil:
Nimmt man die Differenz von 48g/km (lässt sich auch über dreisätze errechnen sofern man die benötigten ausgangszahlen findet) Wieviel Gesamtkilometer muß man für einen Unterschied in der CO2 Bilanz fahren?
Das dürfte über der km-Zahl der Auto-Lebensdauer liegen!
Ja der Primärenergieaufwand für!!!:
-Verschrottung Auto
-Neuherstellung (Co2 je t Stahl / kg Aluminium u. Kunststoff)
-Mehraufwand CO2 für Akku-Metalle (CO2/kg Nickel usw.)
-Mehraufwand km um eine Steckdose zu finden
Warum, wenns denn regenerativ sein soll, stellt man konventionelle Treibstoffe denn nicht regenerativ (z.B. Solar(H2)+CO2 der Luft-ergibt Mehrkettige KW; Biogas; Kohle aus Biomasse und deren Verflüssigung etc.) synthetisch her?
Mittwoch, 18. Februar 2009 14:50
Ist es vielleicht nicht so, dass Elektroautos gravierende Nachteile haben.
1.) Benzin hat eine sehr hohe Energiedichte. Man benötigt somit ettliche leistungsfähige Batterien, die einen relativ kleinen Benzintank ersetzen.
2.) Batterien sind sehr teuer und werden noch teurer werden, wenn die Nachfrage durch die Industrie beim Bau von Elektroautos steigt. Zudem kommt noch hinzu, dass es wahrscheinlich nicht genügend Rohstoffe dafür gibt.
3.) Der Wirkungsgrad von Benzin, dass im Motor verfeuert wird ist immer noch höher als jener, der in der kompletten Kette von Kraftwerk zu Batteriespeicherung existiert.
4.) Batterien haben noch riesige technische Probleme. (z. B.Schadensanfälligkeit bei hoher Energieendnahme bei niedrigen Temperaturen)
5.) …
Zusammengefasst muss man sagen, dass die DER KUNDE viele Extras wie Klimaanlage, hohe Sicherheit, hohen Komfort, etc erwünscht, die sehr energieaufwendig sind. Diese Wünsche können bis heute nur durch Benzinmotoren bezahlbar gestemmt werden und im Endeffekt nimmt der kunde, also WIR, das billigste Produkt.
Ich bin kein Freund von energiefressenden Autos, aber ich sehe die Probleme, die erst noch bewältigt werden müssen. Deswegen prophezeie ich dem Elektroauto zwar eine Zukunft, diese Zukunft wird aber noch eine Weile (>10a) auf sich warten lassen.
Freitag, 3. April 2009 12:57
Alleine das Thema Recupation sagt doch schon alles. Hat schonmal jemand ein Benzinauto beobachtet, in welchem der Benzintank beim Bremsen voller wurde ?
Auch sonst braucht es nicht vieler Kenntnisse um zu wissen, daß ein Elektromotor einen viel höheren Wirkungsgrad hat, als ein Verbrennungsmotor.
Noch ein Hinweis der zu denken geben sollte: Ist es nicht interessant, dass ein Elektroautofahrer, der on-board seinen Strom mit einem Benzingenerator erzeugt, immer noch billiger fährt als ein normales benzinauto !!!
Ansonsten: Greenpeace ist schon lange nicht mehr das, was es mal war. Man denke nur daran, dass Greenpeace tausende von Mitgliedern verloren hat, weil sie sich geweigert haben, die Chemtrailverschmutzung zu untersuchen. Greenpeace ist heute ebenso durchsetzt von den Global Players, wie jede x-beliebige Regierung.
Samstag, 4. April 2009 18:49
Dass die “on-board”-produktion von Strom mittels “Benzingenerator” billiger ist als ein normales Benzinauto ist falsch. Der Benzingenerator hat einen Wirkungsgrad von vielleicht 35% mal den Wirkungsgrad des Elektromotors (94%) macht sicherlich weniger als nur den Wirkungsgrad des Benzinmotors von ca. 35%.
Das Thema Rekuperation ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen aber das ständige rumfahren von 100kg Akkus ist doch ein großes Gegenargument.
Und noch eine interessante Information: Ein Durchschnittsauto fährt mit 6l Benzin ca 100km. Wenn man diese 6km im kraftwerk verbrennt, dann zum Verbraucher den Strom leitet und damit dann die Autoakkus lädt. Wenn man mit dieser Lademenge dann fährt, so kommt man damit nur 80km weit, also 20km weniger als mit reinem Benzinmotor. Oder kürzer: Der Wirkungsgrad eines Benzinmotors (32%) ist weit geringer als die eines Elektromotors (unglaubliche 94%) aber der “Gesamtwirkungsgrad” ist geringer.
Grüße an alle
Sonntag, 3. Mai 2009 11:27
Die KWO-Grafik kann so nicht stimmen. Selbst die allerbesten Kohlekraftwerke liegen derzeit unter 50% Wirkungsgrad, im Schnitt eher 35. RWE plant für 2014 eines mit 54%. Zur Rechnung: Das heißt aber nicht, dass 35 (im Schnitt) vom Primärenergieeinsatz abgezogen werden müssen, sondern nach den Regeln der Prozentrechnung sind es dann 65% weniger. Kraftwerk-Wirkungsgrade wie sie die Grafik suggeriert sind bei einem Wärmetauschersystem unmöglich. Siehe auch Wirkungsgrad des Carnot-Prozess.
Freitag, 29. Mai 2009 16:41
Meines Erachtens ist auch der Durchschnitts-Strommix in der Rechnung nicht angebracht. Jeder *Mehrverbrauch* an Strom kommt de facto aus alten, ineffizienten Wärmekraftwerken (irgendwo in Europa), denn die haben so hohe Erzeugungskosten, dass sie nur bei entsprechend hoher Nachfrage zum Einsatz kommen. Vom Energiebedarf her dürften Elektroauto und ein gleichwertiges konventionelles Fahrzeug unter dem Strich in etwa gleich sein. (Die Rechnung in der Grafik ist viel zu optimistisch.) Umweltvorteile des Elektroautos sind meines Erachtens: weniger Lärm, weniger Luftverschmutzung und evtl. Energieeinsparung, weil sie kleiner als ein durchschnittliches Auto sind.
Dienstag, 4. August 2009 17:13
Wenn man E-Autos und Benziner vergleicht muss man entweder beide ab Zapfhan oder Steckdose berechnen, oder beide mit voller Energie-Vor-Bilanz.
Und dann schneidet der Benziner immer schlechter ab, als das E-Auto
Samstag, 29. August 2009 16:26
Bravo, eine sehr schöne und anschauliche Rechnung. Es geht aber noch besser…
Das in Deutschland entwickelte, bildschöne und voll alltagstaugliche Elektro-Coupé AAA ist in der Anschaffung nicht teurer, als der “normale” PKW.
Und die Verbrauchskosten des AAA für rund 6 kWh/100 km* liegen unter denen der “Pseudo-E-Autos” und erst recht weit unter denen der Diesel-/Benzinstinker.
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(*) umgerechnet weniger als 1(!) Liter Diesel
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Das Ein-Liter-Auto ist bereits Realität!
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Sonntag, 30. August 2009 12:51
@ecars
Hmm.. Probleme mit der Politik? Ich würde mir an Deiner Stelle einen Stromanbieter als Partner suchen! die großen vier sind schon vergeben, aber vielleicht andere? Badenova, EWS (Elektrizitätswerke Schönau), Thüga,…?
Freitag, 18. September 2009 10:47
Serienautos von der IAA…
Natürlich sind die PS-Boliden der Mittelpunkt und für viele auch der Grund auf die IAA zu gehen, wo sonst hat man die Gelegenheit außergewöhnliche Fahrzeuge mal ganz hautnah mitzuerleben…. Aber mal ganz ehrlich, für die meisten Normalsterbli…
Freitag, 13. November 2009 0:29
Also ich muss sagen, der Vergleich ist auch ordentlich schöngerechnet. 64% Kraftwerkswirkungsgrad, ist momentan so das Optimum was beim besten Kraftwerkstyp GUD-Erdgaß-Kraftwerken zu erreichen ist. Für Steinkohle sind die genannten 54% … Respekt. Bei Braunkohle noch deutlich darunter. *) Realistisch halte ich den im Text genannten Faktor 2.5kwh Brennstoff pro 1kWh Strom = 40% Wirkungsgrad im Energiemix. Den gilt es unten einzusetzen.
Auch 8% Verlustenergie für die Batterie halte ich momentan für einen technologischen Forschungszielwert. Im Moment halte ich immernoch den bewährten Ladefaktor von 14h Ladezeit bei 10% der Kapazität Ladestrom = 140% überladung für realistisch. Bei dieser Ladung brauchen die Akkus nichtmal gekühlt werden (=Energieverlust), wie es allerdings bei vielen Aktuellen e-mobilen notwendig ist.
2% Verlust e-Motor entspricht auch einem sehr guten Betriebspunkt. Ganz vermisse ich die Verluste der notwendigen Leistungselektronik zur Regelung des Elektromotors.
Damit halte ich momentan eine Primärenergienutzung des Elektroautos von 20..25% für realistisch. Die veröffentlichte Grafik für einen möglicherweise erreichbaren Zielwert.
Für das Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, nun da schwankt der Wirkungsgrad ja nach Betriebspunkt zwischen 0%…~43% beim Dieselmotor, Triebstrangwirklungsgrad mit HSG durchaus 95%. Stationärmotoren mit ca 50% Wirkungsgrad (167g/kWh) zeigen, daß da auch noch Reserven vorhanden sind.
*) Wer bei Kraftwerken sinnloserweise CO2 auswaschen will, mus mit Wirkungsgradverlusten von 7..12% (je nach Verfahren) einkalkulieren. Das ist bessonders toll, bei einem älteren so etwa 30% erreichenden Braunkohlekraftwerk, geht gleichmal ca 1/3 der gewinnbaren Energie verloren. [Daten diverse VDI-Nachrichten]
Mittwoch, 25. November 2009 21:17
Schöne Rechnung! Danke dafür!
Ich frage mich, als Chemiker, allerdings wieso niemand den enormen Energieaufwand zur Benzinherstellung in die Rechnung mit einbezieht?
Die Zahlen dazu zu bekommen ist äußerst schwer, aber um aus schmutzigem Rohöl oder gar Ölsand Benzin zu gewinnen und jenes an unsere Tankstelle zu schaffen, wird geschätzt sicher Faktor 3-5 an Primärenergie verbraucht!
Die Bilanz für Elektroautos, welche nur mit 35%-Effizienz-Braunkohlestrom fahren sollte mit jedem Benzinverbrenner mithalten können!
Beste Grüße.
Donnerstag, 10. Dezember 2009 18:43
Bei eurer ganzen Rechnung sollte man nciht vergessen das der CO² Ausstoß auch deshalb geringer ist weil 23 Prozent des Stroms mit Atomkraftwerken produziert wird.
Außerdem ist der Vergleich zwischen der aktuellen Fahrzeugflotte und der Prognose für Elektraoutos nicht gerade fair, da Benzinmotoren in Zukunft auch weniger schlucken werden.
Ich denke das das bei Greenpeace schon jemand durchgerechnet hat und bin der meinung man sollte das Geld das für Elektorautos verschwendet lieber sinnvoller investieren
Sonntag, 27. Dezember 2009 12:49
Benutzt man effektive Verbrauchszahlen eines ausgereiften elektrischen Fahrzeuges anstelle von Prototypen und Schnellumbauten, wird der Vorteil der elektrischen Traktion noch grösser als hier gerechnet. Zudem bleibt der Eletromotor auch im Stadtverkehr effizient. Abschätzungen habe ich mal hier hinterlegt (engl.): http://is.gd/5D7us
- Alfred
Freitag, 12. März 2010 16:38
Hi,
gilt den der CO2-Ausstoß im Energiemix von 520 g/kWh nicht für eine erzeugte kWh? Dass heisst man dürfte bei der Berechnung nicht noch einmal 40% von 520 nehmen, sondern direkt rechnen: 37,5 * 520 / 100 = 195 g/km ???
Dienstag, 18. Mai 2010 10:55
Also die Rechnung die hier aufgestellt wurde ist schon sehr abenteuerlich, die Berechnung für einen Verbrennungsmotor passt schon ganz gut, aber ich möchte das E-Mobil sehen, welches 90% Gesamtwirkungsgrad aufweist…wenn man von einem Wirkungsgrad Steckdose-Rad von 40% ausgeht ist das schon sehr optimistisch, da selbst moderne Ladegeräte einen maximalen Wirkungsgrad von 80% haben und einen E-Motor mit 98% Wirkungsgrad findet man höchstens in Leistungsbereichen >500kW, da kann man im normalen Betriebsfall im E-Mobil von max. 85% ausgehen…so kann man in Endeffekt mit Leitungsverlusten im KFZ, Selbstentladung der Batterie und Verlusten für den Umrichter im Fahrzeug weitermachen. Der Wirkungsgrad von der ersten Wandlung der Energie bis zum Rad eines heutigen E-Mobils oder auch Brennstoffzellenfahrzeuges ist im besten Fall auf gleichem Niveau mit einem Verbrennungsmotor…wenn man vom optimalen Betriebspunkt eines Verbrennungsmotors ausgeht sogar darunter.
Der einzige Vorteil eines E-Antriebes ist momentan nur, dass es möglich ist mit regenerativer Energie unterwegs zu sein, was aber auch mit einem Biodiesel-KFZ möglich ist.
Montag, 5. Juli 2010 21:59
Hallo,
tolle website. sehr informativ und verständlich.
ich werde es auf jeden fall meinen freunden davon erzählen.
ich glaube was die meisten noch abschreckt ist die rechweite bei reinem elektrischem antrieb, aber das problem wird sich spätestens in ein paar jahren auch gelöst haben.
Ich kann es jedenfalls gar nicht mehr abwarten, dass mehr elektro autos auf deutschen straßen unterwegs sind und ich hoffe das die dt. autobauer nicht den anschluss verpassen.
Montag, 5. Juli 2010 22:07
und was mich hier noch stört..
so viele leute jammern rum das der strom ja noch aus atomkraftwerken und sonst wo herkommt..
meine güte.. dann holt euch einfach einen ökostromtarif, die politiker müssen euch ja nicht ständig an die hand nehmen, ihr/wir sind auch selbst in der lage entscheidungen zu treffen.
atomstrom muss ja nicht erst verboten werden damit er nicht mehr genutzt ist.. wo keine nachfrage ist wird auch kein geld verdient.
und selbst wenn dadurch der strom teurer wird.. oh gott wie schrecklich. mit 40-50 euro strom pro person sollte eigentlich jeder im monat hinkommen und wenn er dann auf einmal 60-70 euro kostet macht das dem größten teil der bevölkerung auch nichts aus. vielleicht sollte man mal darüber nachdenken das strom und benzin einfach zu günstig sind.. sieht man ja auch im golf von mexico das wir die eigentlich kosten für benzin gar nicht bezahlen, denn das glaubt ihr ja wohl selber nicht das bp dort für alle kosten aufkommen wird ,ein großteil der industrie (fischfang tourismus) wird wohl flöten gehen.